die drei Deklarationen
- Kristina Räder
- 16. Okt. 2020
- 2 Min. Lesezeit

Nein, wir befinden uns nicht im Deutschunterricht und nein, es geht wirklich um "Deklarationen" und nicht "Deklinationen".
Aber tatsächlich gibt es hierzulande gleich mehrere erlaubte Deklarationsformen von Hundefutter.
Die Verbraucher-Unfreundlichste wurde im letzten Beitrag bereits kurz angesprochen. Die geschlossene Deklaration ist die am wenigsten transparente.
Hierbei sind die Inhaltsstoffe in Lebensmittelgruppen zusammengefasst und dadurch nur sehr grob zu erahnen.
Beispiel: die Lebensmittelgruppe " 10% Getreide und pflanzliche Nebenerzeugnisse" kann somit sowohl 5% Reis und 5% Mais enthalten als aber auch jede menge alte Brotreste, Sojamehl, Körnerschalen, etc.
Die Qualität des Inhalts bleibt also völlig im Dunkeln.
Gleiches gilt dann auch für alle anderen Lebensmittelgruppen und sollte einen sehr skeptisch werden lassen, denn warum deklariert man so intransparent???
Bei der zweiten Form, der halb-offenen Deklaration, erfahren wir Verbraucher schon ein wenig mehr. Hier werden alle Inhaltsstoffe und Zutaten immerhin offen und einzeln aufgelistet - der Käufer erfährt aber nicht die genauen Anteile der Futterbestandteile, da es keine Prozentangaben gibt. Aber zumindest - wie bereits in einem früheren Beitrag geschildert - hat der Verbraucher als Anhaltspunkt ja die Reihenfolge der Zutatenliste, die mit dem Hauptbestandteil beginnen muss und dann die anderen Zutaten dem Anteil nach absteigend auflistet.
Die besten Informationen bietet uns jedoch die offene Deklaration, die neben den genauen Zutaten auch aus den genauen Prozentangaben keinen Hehl macht. Nur hier weiß man wirklich genau, woran man ist.
Es empfiehlt sich dennoch immer mal zu schauen, ob man bei den Deklarationsangaben überhaupt auf 100% kommt. Bei Nassfutter beispielsweise wird dies nie der Fall sein, da ein gewisser Anteil schlicht Feuchtigkeit/Wasser ist.
Aber Vorsicht: auch Prozentangaben können täuschen und zwar allein durch den Ort, an dem sie stehen. Häää? Was bitte soll das heißen?
Nun, machen wir es an einem Beispiel fest:
Die Fleischdeklaration 93,6% Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (60% Rind, 40% Huhn) bedeutet, dass in der Gesamtfuttermenge tatsächlich ein erstaunlich hoher Fleischanteil von 93,6% enthalten ist, wovon 60% auch ganz sicher Rinderfleisch und 40% ebenso sicher Hühnerfleisch sein müssen. Oft ist hier sogar noch näher aufgeschlüsselt, welche Bestandteile des Tieres dabei verwendet wurden.
Dreht man die Angaben nur ein wenig um, so erhält man folgende, im Vergleich dazu sehr irreführende, Deklaration: Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (81% vom Rind) - bei dieser Form der Deklaration, weiß man nur, dass vom Fleischanteil des Futters 81% vom Rind stammen. Man weiß jedoch nicht (obwohl die Deklaration es einen ganz bewusst vermuten lässt) wie hoch der Fleischanteil im Futter eigentlich ist. Denn dieser ist ganz sicher NICHT 81%!!!
Wie hoch der Gesamt-Fleischanteil in einem Futter ist, erfährt man nämlich nur, wenn die Prozentangabe VOR der Zutat steht. Steht sie DAHINTER, so bezieht sie sich nicht auf die Gesamtfuttermenge, sondern nur auf den Anteil der jeweiligen Fleischsorte am Gesamtfleischanteil.
Ganz schön tricky, oder???
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