Vom freudigen Wedeln der Rute und warum dann doch ein Angriff daraus wurde!
- Kristina Räder
- 8. Dez. 2020
- 2 Min. Lesezeit

Nachdem nun im letzten Beitrag geklärt wurde, dass Hunde nicht ausschließlich über Körpersprache kommunizieren, halten wir uns trotzdem für einige Kapitel damit auf.
Denn: Körpersprache ist zweifellos das wichtigste kommunikative Mittel von Hunden, für uns das am schwersten zu „lesende“ und (Vorsicht, Wortwitz!) vielseitig genug um einige Bücher zu füllen.
Der häufigste Ausruf, der noch unerfahrenen Hundehaltern regelmäßig entfährt und sie in Ekstase versetzt, während erfahrenere Hundehalter oder -trainer gleichzeitig zusammenzucken ist wohl folgender: „Er/Sie wedelt mit der Rute, er/sie freut sich so!“
Zunächst einmal zur Beruhigung: das KANN schon stimmen.
Aber- nun der negative Teil: das MUSS es ganz und gar nicht.
Die Rute ist ziemlich genau ein Körperteil des Hundes und nur die Betrachtung des gesamten Körpers verrät mir, was Hund wirklich sagen möchte.
Aber dazu im nächsten Teil.
Befassen wir uns mal genauer mit der Rute und damit, was sie uns so alles sagen könnte.
Allein die Rute kann – wir rufen uns das mal kurz vor unser inneres, geistiges Auge – vier ganz unterschiedliche Positionen einnehmen.
Zwischen den Beinen eingeklemmt, locker herunterhängend, auf Rückenhöhe gehalten und ganz emporragend...und natürlich auch die 3467 Positionen dazwischen sind möglich. Und jetzt kommt es: auf jeder Höhe kann ein Hund nun zusätzlich auch noch schnell, langsam oder auch gar nicht wedeln. Zur Position kommt also auch noch die Aktion der Rute hinzu.
Für Profis: ja, die Rute kann sogar seitlich gehalten werden und hat dann die nächsten x Bedeutungsmöglichkeiten, Beispielsweise eine Unsicherheit, ein Zögern.
Aber kommen wir erstmal zu Position und Geschwindigkeit. Von unten nach oben gesehen bedeutet die Rutenpositionen in etwa sowas wie „ängstlich,unsicher/unterwürfig,unentschlossen/fragend/bettelnd, souverän, imponierend/drohend“ – auch hier merkt man schon erste Zweideutigkeiten.
Und diese werden noch verstärkt, wenn wir das Tempo des Wedelns dazu nehmen, das im Übrigen so viel heißt wie „aufgeregt und weniger aufgeregt“ – dann kommen da schon x mehrdeutige Kombinationen dabei rum.
Und ja, Wedeln ist tatsächlich streng genommen nur Aufregung. Und so leid es mir tut, wir müssen tatsächlich, wenn wir es genau nehmen wollen, auch noch zur Interpretation hinzuziehen, ob die Rute beim Wedeln, vergleichbar mit einem Pendel, weit zur Seite ausschlägt oder nicht. Also bereits drei Kriterien bei nur einem Körperteil.
Du willst alles ganz genau wissen und dich mit dem Thema noch einmla intensiver auseinandersetzen? Du möchtest noch etwas hinzulernen, was das Ausdrucksverhalten des Hundes angeht?
Text. Annika Nowatzek
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