
Die ersten Wochen vergehen ja immer wie im Flug. Schnell wird aus diesem dem Kindchenschema voll entsprechenden knubbeligen, kleinen Zwerg ein etwas langbeiniger, wie ein Fohlen wirkender Junghund. Lange Beine, denn man möchte ja einmal hoch hinaus!
Sind die ersten Hundestunden angebrochen und auf den gemeinsamen Ausflügen werden immer mehr Hunde getroffen und auch die Begegnungen mit ihnen geübt, so hört man es sehr oft "die spielen so schön!...". Auch "Der will nur spielen" hört man auch in der Realität das ein oder andere Mal.
Aber was ist Spielverhalten überhaupt?
Spiel hat unterschiedliche Aufgaben im Leben eines Hundes. Es wird durch alle Altersklassen weg gezeigt, sehr viel jedoch bekannterweise im Welpen- und Junghundealter.
Gerade im Junghundealter ist es maßgeblich für die Entwicklung sowohl auf körperlicher, als auch auf mentaler Ebene das Leben im Spiel zu proben.
Denn im Spiel werden gegenseitig alle Verhaltensweisen geübt und verfeinert, welche im Leben eines Hundes irgendwann einmal eine Rolle spielen werden. Hier werden Handlungen aus dem Beutefang-, dem Sozial- und auch dem Sexualverhalten gezeigt. Spiel ist frei von Ernst, es hat keinen Bezug zu Rangordnungen und es geht hier nicht, wie oft behauptet darum, im Spiel permanent zu klären, wer an welcher Position steht. Es ist frei von ernsten Zwecken und dient tatsächlich der Vorbereitung auf das wahre Leben und zwischen sehr gut bekannten Individuen auch der Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls.
Neben diesen lebensvorbereitenden Zwecken, was die Verhaltensebene angeht, darf man bei jungen Hunden auch nicht die positive Wirkung auf die gesunde Ausbildung des Körpers vergessen. Denn die verschiedenen Bewegungsrichtungen, welche hier stetig ablaufen schulen die Körperwahrnehmung und -kraft. Die Funktionsfähigkeit des Bewegungsapparates wird geschult, die Motorik laufend verbessert.
Diese Funktionen von Spiel gelten im Übrigen nicht nur für das innerartliche Spiel, also dies, welches dein Hund mit anderen Hunden ausüben darf, sondern selbstverständlich auch für das Spiel mit dir als Mensch. Hier hat es noch einen weiteren positiven Effekt - es stärkt die Bindung des Hundes zu dir ungemein. Und Sorge, dass der Hund auf einmal die Weltherrschaft übernimmt, weil du ihn ein Spiel gewinnen lässt, die hast du bitte hoffentlich nicht mehr, wenn du dich daran erinnerst, dass es im Spiel nicht um das Austesten von Positionen geht.
Dies bedeutet jetzt nicht, dass dein junger Hund jeden Tag, jede Gelegenheit zwanghaft nutzen soll, um bloß mit jedem Hund zu spielen, der euch zwischen die Füße läuft.
Nein!
Denn zum einen ist es schon wichtig zu schauen, welche Spielpartner passen denn gut und zum anderen natürlich auch, dass es drumherum ein paar Regeln und wichtige Kennzeichen dafür gibt, woran ich wirkliches Spiel erkenne.
Welche dies sind, das erkläre ich dir gerne beim nächsten Mal!
Comments