Das erste Hundejahr - Teil 21
- Kristina Räder
- 16. Mai 2021
- 2 Min. Lesezeit

Beim letzten Beitrag ging es ja schon um das Thema Spielverhalten und seine Wirkungen. Unbestritten gehört es zu einem Hundeleben dazu und ist wichtig für eine positive Entwicklung unserer 4beiner.
Wie erkennen wir denn nun, ob es bei der Interaktion von Hunden untereinander noch klar Spiel ist, oder vielleicht auch im Umgang mit dem Sozialpartner Mensch?
Spiel unter Hunden hat bestimmte Regeln. Immer wieder werden übertriebene Verhaltensweisen gezeigt, welche dem Gegenüber auch in wildem Spiel signalisieren "Alles nur Spaß". Es gibt verschiedene körpersprachliche Signale. Beispielsweise kennt nahezu jeder die Vorderkörpertiefstellung, welche zum Spiel auffordern und es zwischendrin auch wieder anwerfen kann.
Häufig sieht man dies als Einladung unter Hunden.
Im Spiel selbst werden Verhaltensweisen aus allen Bereichen des Lebens gezeigt. Ob Kampfspiel, Rennspiel oder Beutespiel, wichtig ist zu erkennen, dass jeder mal "jede Rolle" übernimmt. Ist Hund A immer nur der Gejagte und Hund B hetzt ihn immer nur wild durch die Gegend, sollte man immer gut beobachten, ob das so bewusst gespielt wird, oder ob es nötig wird hier eine Pause einzulegen. Allerdings gibt es auch Hunde, welche einfach immer am liebsten "den Hasen" spielen und sich jagen lassen, ohne dabei negativen Stress zu erleben.
Ein gut geschultes Auge, was die Körpersprache von Hunden angeht, ist hier klar von Vorteil!
Auch wenn einer der spielenden Hunde permanent bei einem Raufspiel den Unterlegenen miemen muss, sollte man eine Pause einlegen und der herschsüchtigen Hund B oben einmal herunterpflücken.
Wichtig ist eine gute Balance zu finden. Zum einen dürfen Verhaltensweisen im Spiel geprobt werden und es ist auch wichtig, dass ein etwas vorsichtigerer Hund lernt, dass er selbst Konflikte lösen kann mit einer klaren Körpersprache. Das verschafft Selbstbewusstsein und Sicherheit in wiederkehrenden ähnlichen Situationen. Zum anderen brauche ich ein Gefühl dafür, wann so etwas kippen kann und eine Pause sinnvoll ist. Denn auch hier gilt: "Vor müd kommt blöd" und gerade, wenn junge Hunde beginnen körperlich und mental müde zu werden, so kann Spiel auch kippen und für einen der Spielpartner unangenehm werden.
Wichtig sind also wechselnde Rollen, übertriebene Körpersprache und auch ein Wechsel zwischen den Arten des Spiels. Dieser guten Beobachtungsgabe geschuldet, sollten Welpengruppen und Junghundespiel im Übrigen immer von sehr erfahrenen Hundetrainern angeleitet werden, denn hier übernimmt man Verantwortung für Erfahrungen, welche einen Einfluss auf das gesamte Hundeleben nehmen können.
Die machen das unter sich, will hier niemand hören
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