Das erste Hundejahr - Teil 35
- Kristina Räder
- 6. Aug. 2021
- 2 Min. Lesezeit

Haben wir jetzt einige Beiträge zu den Themen rund um das Verhalten während der Pubertät gelesen, so gibt es selbstverständlich in der Zeit des Erwachsenwerdens auch noch andere Bereiche, die so ihre spannenden Zeiten mit sich bringen.
Zum Beispiel das Thema Gelenkgesundheit, gerade bei größer werdenden Rassen, vor allem hier die Bereiche der großen Gelenke der Gliedmaßen und deren gefürchteten Fehlbildungen. Also HD, ED und OCD.
Eines vorweg - gerade bei HD und ED ist es einfach so, dass diese Fehlbildungen in Ellbogen und Hüftgelenken in der Pupolation Hund liegen und nicht nur in einer Rasse vorkommen, oder gar komplett vermieden werden können, weil man Hündin a mit Rüde b verpaart. Zu einem gewissen Satz, liegt diese Anlage in jedem Hund in der genetischen Information, also der DNA vor. Wer dies genauer nachlesen möchte, darf sich hier an den Arbeiten von Prof. Martin Fischer von der Uni Jena austoben. Dieser ist mit seinem Team aktuell führend, was Aussagen und Forschung zum Thema Bewegungsapparat Hund angeht.
Sicherlich gibt es eine gewisse Prädisposition. In manchen Rassen mehr und in manchen Linien dort wiederum wieder mehr. Da es jedoch auch über einen langen Zeitraum von Berücksichtigung dieser Ausprägungen in der Zucht züchtet und man das Maß an erkrankten Hunden trotzdem nicht unter einen minimal vorhandenen Wert bekommt, weiß man, dass es nicht an einer Rassezugehörigkeit alleine liegt.
Dieses ganze Geschehen ist multifaktoriell bedingt. Das bedeutet, dass nicht ein Treppesteigen im ersten Jahr alleine daran Schuld ist, dass ein Hund vielleicht eine ED entwickelt hat, sondern bei diesem Individuum die Anlage in der DNA vorhanden sein musste, dass sie sich überhaupt ausprägen kann!
Zu multifaktoriell zählt im übrigen nicht nur die Beachtung der genetischen Belastung der Elterntiere und der moderaten Bewegung in der Aufzucht, sondern zu einem großen Teil auch das Gewicht und die Nährstoffversorgung.
Dass am Ende auch Traumen in der Wachstumszeit natürlich zu Deformierungen führen können, das steht außer Frage. Sie sind jedoch gar nicht so oft dafür verantwortlich.
Somit trägt nicht nur der Welpenkäufer eine Verantwortung in den ersten Lebensmonaten für die Aufzucht, sondern auch schon der Züchter, gerade, was das Gewicht angeht.
Und am Ende passiert es trotzdem, dass Hunde mit der Ausprägung einer der Erkrankungen gescannt wird, obwohl alle Beteiligten sich wirklich mühten alles richtig zu machen. Dann hilft es dem Tier wenig einen Schuldigen zu suchen, denn den wird es sowieso nicht geben. Sondern je nach Ausprägung das Leben bestens zu gestalten, oder sich ggf. für medizinische Maßnahmen zu entscheiden!
Genauer auf die einzelnen Erkrankungen, gehen wir in den nächsten Tagen in der Serie ein
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