Das erste Hundejahr - Teil 36
- Kristina Räder
- 15. Aug. 2021
- 2 Min. Lesezeit

Im letzten teil hatten wir begonnen über die Gesundheit und im Speziellen der Gelenkgesundheit zu sprechen. Denn auch dies ist ein Thema, welches im ersten Hundejahr sehr viel Kopfzerbrechen machen kann und ich zugegebenermaßen immer sehr froh bin, wenn der Röntgentermin mit einem Jahr durch ist.
Dann hat man zwar keine Garantie, dass nichts der gleich angesprochenen Dinge trotzdem vorliegen kann, aber man hat immerhin ein besseres Gefühl.
Fangen wir vorne an mit dem Ellbogen.
Dieser ist ein Gelenk, welches sich aus drei Knochenanteilen zusammensetzt. Dem Oberarm, der Speiche und der Elle.
Es gibt im Ellbogen selbst mehrere Punkte, welche auffällig werden können. Der häufigst vorkommende Fall in diesem Alter ist sicherlich der FPC, frakturierter processus coronoideus, zu schlau. Dies ist ein minimaler Knochenvorsprung, welcher gerne abbricht.
Die Elle und Speiche haben 2 eigene Wachstumszonen, welche unabhängig voneinander arbeiten. Ungleichmäßiges Wachstum und dadurch ggf. zu viel Druck auf diesem Knochenvorsprung können zum Abbrechen führen.
Es ist immer wichtig zu wissen, dass eine Prädisposition vorhanden sein muss. Unglücklicherweise liegt diese Prädisposition aber so oder so in den großwerdenden Rassen vor. ED ist nicht komplett aus der Population Hund zu entfernen. Näheres dazu kann man auch in den Arbeiten von Prof.Martin Fischer der Uni Jena finden, welcher in den letzten Jahren die Sicht zum Bewegungsapparat des Hundes wohl förmlich revolutioniert hat.
Sicherlich gibt es Linien, in denen es häufiger vorkommt.
Trauma, wie Schlag, oder Stoß sind dann meist nur der Auslöser.
Zu den Vorsichtsmaßnahmen in den ersten Lebensmonaten zählt auf jeden Fall eine angepasste Fütterung. Das Vollstopfen mit zu viel Proteinen und dem Wunsch, einen niedlichen Welpen zu haben, an dem was dran sein muss, sollte man sehr vorsichtig umgehen. Schnelles und manchmal ungleichmäßiges Wachstum der langen Röhrenknochen, also auch Elle und Speiche, kann das Risiko erhöhen.
Auch wildes Toben mit deutlich größeren und schwereren Kollegen ist gerade zwischen dem 5. und 10. Lebensmonat nicht empfehlenswert!
Der FPA(oder auch IPA) kommt im Verhältnis etwas seltener vor. Dahinter versteckt sich der Frakturierte Processus Anconäus. Ein Fortsatz der Elle, welcher quasi wie eine Art Haken in die Rollkämme des Oberarmes hineingreift und dort für maximale Stabilität seitwärts im Ellbogengelenk sorgt. Dieser Fortsatz besitzt sein eigenens Verknöcherungszentrum, welches bei manchen Rassen nicht vollständig verknöchert, oder auch wieder durch starke Traumata brechen kann.
Auch für diesen Umstand gilt im Wachstum: moderate Fütterung, moderates Spiel, moderates Gewicht und ausreichende gute Bewegung für einen ausreichenden Muskelaufbau zur Entlastung der Gelenke!
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