Das erste Hundejahr - Teil 37
- Kristina Räder
- 21. Aug. 2021
- 2 Min. Lesezeit

Während am Vorderlauf die ED das gefürchtetste Ergebnis der Röntgenuntersuchung mit 1 Jahr ist, so ist es bei den großwerdenden Rassen die HD an der Hintergliedmaße.
HD ist dabei nichts anderes, als die Abkürzung für Hüftgelenksdysplasie. Darin versteckt sich auch schon der ganze Zauber! Bei dieser Deformation können alle Anteile des Hüftgelenks betroffen sein. Also zum einen die Hüftpfanne und zum anderen der Oberschenkelkopf, welcher in der Pfanne liegt.
Sind beide oder einer der beiden Anteile nicht korrekt geformt, so entsteht automatisch eine Inkongruenz. Gelenke jeglicher Art brauchen für ihre uneingeschränkte Funktion genau passende Anteile. Bestehen hier Fehlbildungen, führt dies automatisch zu Fehlbelastungen und durch diese wiederum früher oder später zu Verschleißerscheinungen an den Gelenkflächen, am Knorpel und je nach Ausprägung auch an den Weichteilen, welche das gelenk umgeben.
Es ist also nicht die Deformation selbst, welche direkt Schmerzen verursacht, sondern die daraus entstehenden Folgen, wenn diese auch meist erst im späteren Alter einsetzen.
Darunter versteht man z.B. die Arthrose, welche je nach Schweregrad der Hüftschädigung seltener auch schon sehr jung auf Röntgenbildern zu sehen ist!
Im Grunde machen Veränderungen an der Hüfte weniger Probleme für den Hund, als Störungen der Vorderextremitäten. Dies liegt in der Funktion der jeweiligen Gliedmaßen. Die Hinterhand ist quasi der Schubgeber und überträgt den Antritt und die Geschwindigkeit auf die Wirbelsäule nach vorne.
Die Vorderextremitäten jedoch sind einfach nur Stoßfänger und gehen die Bewegung in jeglicher Richtung mit. Stoß und Schlag treffen hier schnell direkt in das Gelenk, welches natürlich beginnende Arthrosen fördern würde.
Bei HD bleibt nur viel Bewegung, die immerhin der Ernährer eines jeden Gelenkes ist und ein guter Muskelapparat, welcher das Gelenk entlastet. Die Therapiemöglichkeiten sind vielfältig und je nach Stärke auch erst früher oder später fällig.
Unterschieden werden die HD Einteilungen, wie folgt. HD A keine HD HD B keine HD, leichte Schwächen des Gelenks HD C leichte Schwächen des Gelenks mit Möglichkeit eine Erkrankung zu entwickeln HD D schon mit Arthrose HD E schwerer Arthrosegrad
Auch eine HD E braucht keine Panik aufkommen zu lassen. Sicherlich ist dies fern von züchterischen Interessen, dennoch haben die Hunde selten wirkliche Probleme. Oft werden sie im höheren Alter ein Patient für die Physio, weil der Rücken vor allem Unterstützung braucht. Eine ausgewogene Ernährung und gute Bewegung sind jedoch viel wichtiger, schon von Beginn an.
Insbesondere ist das Schmerempfinden von Hunden, wie auch bei uns Menschen völlig subjektiv! Es gibt Hunde, mit fürchterlichen Röntgenbildern, die kaum Auffälligkeiten in der Bewegung zeigen und andere mit leichter Arthrose, die kaum laufen können. Therapie ist also jeweils eine sehr individuelle Sache.
Natürlich bleibt stets zu wünschen, dass die Röntgenuntersuchungen einfach positiv ausfallen. Im zweiten Bild sieht man einmal ein Röntgenbild von einem Welpen, welches verdeutlicht, dass die Röhrenknochen erst nach und nach komplett verknöchern. Am Skelett passiert im Wachstum sehr viel!
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