Das erste Jahr des Hundes - Teil 30
- Kristina Räder
- 6. Juli 2021
- 2 Min. Lesezeit

In der Zeit der Pubertät geht tatsächlich einiges am zentralen Rechenzentrum des Hundes. Es hat schon berechtigte Gründe, warum sie manchmal ein bisschen seltsam aus der Wäsche schauen und man den Eindruck hat, dass sie wirklich gerade auf der Leitung stehen.
Neben dem Prozess, der im letzten kurzen Beitrag erwähnt wurde steht in der Zeit der Pubertät auch eine Überprüfung an, welche Nervenbahnen und Areale wirklich wichtig sind und gebraucht werden. Nur die Bereiche, welche auch angesprochen werden, bleiben erhalten. Bahnen, welche nicht in Gebrauch sind, werden nach und nach abgebaut.
Dies bedeutet also, dass eine vielfältige Reizansprache in den ersten Lebensmonaten wesentlich ist, um auch so viel Kapazität wie möglich zu einem späteren Zeitpunkt zu erhalten. Was bis dato nicht gebraucht wurde, wird auch im Nachgang nicht wieder hergestellt werden.
Nicht angelegt und nicht genutzt heißt also - nicht vorhanden. Somit ist es für ein komplexes und vielseitiges Referenzsystem notwendig, dass du deinen jungen Hund förderst und forderst, da es sich sonst auch strukturell im Gehirn bemerkbar machen wird, wenn es hier Defizite gibt.
Zwar wird die Menge der Nervenbahnen in der Zeit der Pubertät reduziert, allerdings erhöht sich parallel dazu die Speicherkapazität der Nervenbahnen, welche erhalten bleiben.
Somit bleiben schneller leitungs- und höher leistungsfähige Nervenbahnen im Gehirn nach dem erfolgten Umbau zurück. Das Rechenzentrum wird also optmiert.
Beim Menschen weiß man übrigens, dass ca. 15 % der tatsächlichen Hirnmasse in der Entwicklung durch die Pubertät hindurch aussortiert werden. Wie hoch der Prozentsatz bei Hunden allerdings ist, ist nicht ganz sicher.
Neben den ganzen hormonellen Veränderungen, welche nicht unerheblich sind, hat also auch das Gehirn strukturell ganz schön viel zu tun in der Zeit!
Der kleine Zwerg unten im Bild hat das Glück auch schon bei Züchtern aufzuwachsen, welche einen bestmöglichen Start für ein vielseitiges Referenzsystem legen, mit dem ein entspanntes und sicheres Hundeleben erst möglich wird!
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