Das erste Jahr des Hundes- Teil 34
- Kristina Räder
- 1. Aug. 2021
- 2 Min. Lesezeit

Fassen wir also die z.T. präkere hormonelle Lage, gepaart mit den Umbaumaßnahmen am Gehirn zusammen, wird schnell klar, dass bestimmte Verhaltensweisen in dieser Zeit als "völlig normal" abzustempeln und leider manchmal einfach auszuhalten sind!
Dazu zählt z.B. ein stark gesteigertes Erkundungsverhalten. Das bedeutet, der radius in dem sich dein Hund frei bewegt, wird von sich aus größer. Es wird mehr geschnüffelt und abgecheckt, wer, wo und wann unterwegs war. Man muss schließlich wissen, mit wem man es zu tun bekommen könnte, wo potentielle Hochzeitsglocken läuten könnten etc.
Sei also gefasst, dass du in dieser Zeit den Freilauf stärker kontrollieren, das Abrufsignal wieder festigen und ein wenig vorausschauender unterwegs sein musst.
Oft fällt es Hunden auch sehr schwer, sich von spannenden Dingen zu lösen. Sie sind in manchen Situationen einfach so aufgeregt, dass dieses "da wieder rauskommen" teils schier unmöglich scheint. So z.B. wenn ein junger Rüde eine wohl duftende Hündin in der Trainingsgruppe ausmacht....da ist die Konzentration oft dahin. Und zwar für die ganze restliche Stunde. Ein Drahtseilakt für so manche Hundehalternerven, aber - du bist nicht alleine damit!
Ein Phänomen, welches fast jeder Hundehalter irgendwann aus dieser Zeit beschreibt, ist dass die Hunde auf Reize plötzlich unsicher reagieren, welche nie ein Problem waren, trotz dass man doch so viel mit ihnen in der Welpenzeit erlebt hat. Da wird die Oma mit dem Regenschirm schnell zum Monster, welches wehement verbellt wird, die Mülltonne um die Ecke, die dort immer gestanden hat, zum kaum überwindbaren Hindernis.... Die Beispiele könnte man jetzt hier ewig weiterführen......Es ist völlig normal!
Je weniger Panik du in solchen Situationen bei dir aufkommen lässt, dass dein Hund nun doch zum völlig asozialen und in der Umwelt nicht mehr vorzeigbaren Wesen heranreift, desto schneller kannst du in vorbildliches Verhalten für deinen Hund wechseln und mit einer völligen Gelassenheit mit ihm diese Situationen abfrühstücken.
Denn, wie Günther Bloch schon immer sagte: Gefahrenabwehr ist Leittiersache. Und auch wenn die neue Reaktion deines jungen Hundes manchmal etwas befremdlich für dich im ersten Moment erscheinen mag - das einzige was hilft, ist Souveränität von dir und ein klarer Umgang mit den Dingen. Sie dürfen dir nämlich herzlich egal sein. Je weniger Bedeutung und Fragezeichen du den Situationen beimisst, desto eher versteht dein Begleiter, dass er sich nicht aufregen oder ängstigen muss und du alles im Griff hast!
Je mehr dein Hund vor dieser Zeit erlebt und positiv verknüpft hat, desto schneller legen sich solche Aussetzer auch wieder. Dies gilt im Übrigen auch für den Gehorsam! Je sicherer dieser vorhanden war, desto besser und schneller funktioniert auch der wieder!
Du hast Fragen? Melde dich gerne!
Comments