Das erste Jahr des Hundes - Teil 38
- Kristina Räder
- 30. Aug. 2021
- 2 Min. Lesezeit

Das letzte der 3 großen Gelenkthemen rund um das erste Lebensjahr ist wohl zweifelsohne die OCD bei unseren eher großwüchsigen Rassen.
Hinter diesen 3 Buchstaben versteckt sich die Osteochondrosis Dissecans.
Klingt wieder wahnsinnig kompliziert, ist es aber eigentlich gar nicht. Jedes Gelenkende ist ein mit hyalinem Knorpel überzogenes Knochenende. Dieser hyaline Knorpel ist extrem glatt und macht somit die maximale Bewegung im Gelenk möglich. Zwischen den Knochenenden liegen also die jeweiligen Knorpelschichten am Knorpel an und den minimalen Raum des sogenannten Gelenkspaltes füllt die Gelenkflüssigkeit.
Gelenkknorpel hat keine eigenen Blutgefäße! Er wird ernährt durch Diffusion der benötigten Nährstoffe aus der Gelenkflüssigkeit in den Knorpel. Dies wird durch Bewegung begünstigt, da die Abwechslung von Druck und Entlastung eine regelrechte Pumpentwicklung darstellt.
Der Knorpel bedeckt also die Enden. Haben wir im Wachstum Teile des Knorpels, welche durch Inkongruenzen im Gelenk zu viel Druck erfahren, so verdickt sich der Knorpel an den entsprechenden Stellen leicht. Ist der Knorpel verdickt, so kann die Ernährung des Knorpels quasi bis an die Flüssigkeitsfernen und knochennahen, also tiefsten Schichten, manchmal nicht gewährleistet werden. Dauert dieser Zustand zu lange, sterben Knorpelzellen ab. Liegen diese in den tiefen Schichten, so hat der Knorpel an dieser Stelle keine feste Verbindung mehr mit der Knochenseite.
Das kann man sich ein bisschen, wie einen schlecht verlegten und Wellen schlagenden Teppichboden vorstellen.
Kommt dann vielleicht noch zu viel Bewegung, oder auch ein Stoß-/Schlag mit entsprechender Wirkung an der Stelle hinzu, lösen sich teils diese Knorpelschuppen und stören als freiliegender Gelenkkörper die Gelenkfunktion!
Zwangsläufig müssen diese freibeweglichen Teile aus dem Gelenk entfernt machen. Denn zwangsläufig reizen sie, stören die Kongruenz des Gelenks und führen so langfristig zu degenerativen Veränderungen am Gelenk.
Besonders betroffen sind verschiedene Stellen im Schultergelenk, im Speziellen auf der Oberarmseite des Knorpels.
Die Diagnose erfolgt über das klinische Bild und im Röntgen, oder spätestens im CT.
Großwüchsige Rassen sind häufiger betroffen! Nach guter Versorgung und Rekonvaleszens stellt sich das Gangbild meist nicht mehr beeinträchtigt dar! Da eine gewisse Prädisposition vermutet wird, werden auch viele Zuchthunde screeningartig daraufhin vor Zuchtzulassung untersucht.
Bei Fragen, melde dich!
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