top of page

Lernverhalten - Teil 2

  • Kristina Räder
  • 18. März 2021
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 6. Mai 2021



Nachdem im letzten Artikel beleuchtet wurde, was eine positive Verstärkung ist - nämlich das Hinzufügen eines angenehmen Reizes als Belohnung für ein gezeigtes Verhalten - soll hier nun auch thematisiert werden, was der so paradox wirkende Begriff der „negativen Verstärkung“ meint.

Vor allem soll an dieser Stelle erläutert werden, warum es sich hierbei trotz des Wortes „negativ“ um ein für den Hund sehr wohl positives und bestärkendes Erlebnis handelt.

Wenn man bedenkt, dass mit „positiv“ in der Lerntheorie kein Werteurteil, sondern nur das „Hinzufügen“ von etwas, gemeint war, so wird schnell klar, was „negativ“ wohl im gleichen Kontext bedeutet. Na, schon erraten? Richtig, es bedeutet einfach nur „das Wegnehmen“ von etwas.

Und nun erinnern wir uns noch, dass Verstärkung bedeutet, dass ein Lebewesen für ein Verhalten belohnt wird, sodass es ein Verhalten häufiger zeigt.

Daraus lässt sich schließen, dass mit „negative Verstärkung“ gemeint sein muss, dass ein unangenehmer Reiz entfernt wird, damit sich der Hund wohler und somit in seinem aktuellen Verhalten bestätigt fühlt.

Wenn ein unangenehmer Reiz nämlich zuverlässig immer bei einem bestimmten Verhalten aufhört, dann wird der Hund dieses Verhalten vermutlich sehr schnell immer häufiger zeigen, es wird also auch „verstärkt“. Belohnung kann also auch bedeuten, dass etwas „Negatives“ aufhört!

Und für all jene, die diese theoretische Erläuterung jetzt sehr abstrakt fanden noch ein kleines Beispiel aus der Praxis: Immer vorausgesetzt, ein Hund hat sich noch nicht allzu sehr daran gewöhnt, dürfte er Zug auf der Leine an seinem Hals als recht unangenehm empfinden. Solange er aber fürchterlich zieht und pöbelt, halten die meisten Menschen die Leine straff. Der Hund hat also Druck auf dem Hals während er das unerwünschte Verhalten zeigt. Hört er damit auf, lockern die meisten Menschen – bestenfalls – die Leine wieder. Der negative Reiz hört also auf, wird „weggenommen“ und so hat der Hund die Chance zu lernen, dass das Ziehen unerwünscht , dass an lockerer Leine gehen das erwünschte Verhalten ist.

Um Diskussionen vorzubeugen: es gibt natürlich bessere Lösungen für eine gute Leinenführigkeit als die Leine straff zu halten oder gar daran zu rucken, aber der Unterschied zeigt dennoch ganz schön, wie ein Hund durch negative Verstärkung, also das Wegnehmen eines unangenehmen Reizes, lernen kann.

Nun kann und darf natürlich trefflich diskutiert werden , ob es überhaupt – und wenn ja, in welcher Situation - eine annehmbare Lösung ist, dass erst ein negativer Reiz hinzugefügt wird, damit ein Lebewesen dann lernt, diesen durch ein anderes Verhalten zu vermeiden, aber unstrittig ist: eine zweite Form der Verstärkung von Verhalten ist es, einen unangenehmen Reiz zu entfernen!

Noch heftiger diskutiert wird sicherlich und bestimmt auch zu Recht der Einsatz von „Bestrafungen“ im Hundetraining. Auch davon gibt es rein theoretisch gesehen wieder zwei Formen. Doch dazu kommen wir im nächsten Text zum Thema Lernverhalten…

Text A.Nowatzek

Dich interessiert das Thema Lernen beim Hund?

Hier findest du auch meinen Online-Vortrag zum Thema Lernverhalten!

Du hast Fragen? Melde dich gerne!

Comments


  • Black Facebook Icon
  • Black Instagram Icon
bottom of page