vom Führen und Folgen
- Kristina Räder
- 7. Okt. 2020
- 2 Min. Lesezeit

Welcher Hundehalter träumt nicht davon? Ein Hund (oder gar mehrere), der (oder die) an lockerer Leine, entspannt neben einem her läuft (laufen)!? Unsummen werden pro Jahr dafür ausgegeben, dass Hunde ihre Menschen an der Leine zumindest wieder wahrnehmen, bestenfalls nicht durch die Straßen schleifen und die Flexi-/Roll-/Schlepp-/Moxon-/Kurzleine sich wieder entspannen kann.
Verwunderlich nur, dass es den allermeisten dabei tatsächlich nur vordergründig um die Leinenführigkeit geht, also darum, wie entspannt das Ganze abläuft oder wie schön es dann am Ende aussieht.
Nur selten machen sich Menschen auch Gedanken dazu, warum es überhaupt sinnvoll ist, dass der Hund angeleint entspannt neben und mitläuft und nicht schon vorne die volle Länge der Leine ausgereizt hat...und an dieser Stelle gilt nicht die Begründung, dass der Arm sonst weh tut.
Derjenige, der das Ende der Leine in der Hand hält entscheidet schließlich, wo es in welchem Tempo lang geht.
Er begegnet diversen Reizen und kann entscheiden, wie mit ihnen umzugehen ist – soll der Nachbar gegenüber vom Hund begrüßt werden oder nicht, darf die Hausecke markiert werden oder gibt das Ärger mit den Bewohnern, wird der Rüde, der entgegen kommt, angesprungen oder doch eher nicht, wird das Blatt gefangen oder der Bus verbellt?
All dies darf der "Leinenhalter" unserer kleinen Gruppe entscheiden.
Doch dafür, dass man ihm diese Kompetenz beimisst, muss er auch etwas leisten, nämlich sinnvolle Entscheidungen, konsequent treffen und agieren / nicht reagieren, wenn es mal spannende Situationen gibt! ---> Führungskompetenz will auch hier gelernt sein!
Werde ich hinter meinem Hund her geschleift, dann fällt das reichlich schwer.
Mein Ziel ist eigentlich immer, dass ein Hund so viel wie möglich frei laufen darf und ich ihn nicht durch permanente Leinen und Halsungen und Geschirre oder gleich alles zusammen einschränke.
Von klein auf richtig verknüpft, macht die Position "Fuß" im Hundeleben echt was her, nämlich dann, wenn ich um die Leine mal nicht drumherumkomme. Hat ein Hund diese Position sauber gelernt und war ich aufmerksam und konsequent, wird die Leine mehr zum nötigen Übel mit zunehmendem Alter, als ein nötiges Werkzeug um den Hund bei mir zu halten.
Ein Thema, welches bei mir in der Basiserziehung sehr große Beachtung erhält! Lernt der Hund doch auch gleich eine zuverlässige und sichere Position, an der er sich auch in etwas unbehaglichen Situationen direkt orientieren kann!
Mehr bald
Foto Ruth Benger
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